Anfrage zu der Veranstaltung: „Literarischer Advent des Literaturhauses Oldenburg am 25.11.2025“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

im aktuellen Programmheft vom Literaturhaus der Stadt Oldenburg (Wilhelm 13) wird die Veranstaltung „Literarischer Advent am 25.11.2025 mit Bernd Eilers, Klaus Modick und Felicitas Hoppe“ angekündigt. Dieser Abend soll dem norwegischen Schriftsteller Knut Hamsun (1859 bis 1952) gewidmet werden. Knut Hamsun erhielt 1920 den Literaturnobelpreis für seinen Roman „Segen der Erde“ aus dem Jahr 1917.

Wir bitten die Verwaltung um Erklärung und Begründung, warum die problematische Rolle Hamsuns im Nationalsozialismus in der Ankündigung keine Erwähnung findet und fordern, dass eine kritische Einordnung historisch belasteter Autoren, wie Knut Hamsun, in den Programmen des Kulturamtes verpflichtend berücksichtigt wird, um Missverständnisse und eine unkritische Würdigung zu vermeiden.

Begründung:
An dieser Stelle soll nicht auf das literarische Frühwerk des Nobelpreisträgers Knut Hamsun eingegangen werden. Es überrascht jedoch, dass ausgerechnet in der Stadt Oldenburg, die sich unlängst erst mit dem Schaffen von Edith Russ auseinandergesetzt hat, nun dem langjährig bekennenden glühenden Nationalsozialisten Knut Hamsun ein ganzer literarischer Abend gewidmet wird. Offenbar hat sich niemand mit den politischen Positionen des Knut Hamsun auseinandergesetzt. Jedenfalls ist der hier vorliegenden und in Oldenburg verteilten Ankündigung kein einziges kritisches Wort über die unbestritten nationalsozialistische Gesinnung des Nobelpreispreisträgers zu entnehmen.

Mit besten Grüßen
Daniela Pfeiffer
Thorge Schramm
René Dittrich