Rede von Daniela Pfeiffer zum Sanierungsgebiet Mittlere Innenstadt Vorbereitende Untersuchung und ISEK

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Vorsitzender
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

die vorbereitenden Untersuchungen sind der Grundstein jeder erfolgreichen Sanierung im Städtebau. Ohne sie fehlt uns die fundierte Analyse, die uns die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken des Quartiers offenbart. Die vorbereitenden Untersuchungen liefern uns Antworten auf zentrale Fragen:

Welcher Handlungsbedarf besteht? Wo liegen strukturelle Defizite? Gibt es bauliche Missstände oder städtebauliche Mängel, die angegangen werden müssen? Wo sind Potenziale, die wir heben können – seien es ungenutzte Flächen, historische Bausubstanz oder innovative Nutzungsideen?

Im Rahmen der Untersuchungen werden sowohl die baulichen Gegebenheiten aufgenommen als auch sozialräumliche, ökologische und ökonomische Aspekte betrachtet. Es geht um mehr als reine Bestandsaufnahme:

Es geht um das Erfassen von Stimmungen, um das Verstehen von Lebensentwürfen, um das Herausarbeiten von Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner und Gewerbetreibenden.

Die vorbereitenden Untersuchungen helfen uns, Probleme zu benennen und Lösungen zu entwickeln:

  • Städtebaulich brauchen wir Straßenräume, die einladen statt abschrecken.
  • Wirtschaftlich müssen wir Leerstände durch neue Nutzungen füllen – Räume für Ideen, für junge Unternehmen, für Kultur und Gastronomie.
  • Ökologisch wollen wir mehr Grün, eine moderne Infrastruktur und mehr Anpassung auf neue Gegebenheiten.
     

Unsere Innenstadt ist das Herz Oldenburgs – hier schlägt das Leben unserer Stadt, hier spiegelt sich, wie wir uns nach außen präsentieren. Doch dieses Herz zeigt Risse. Darum sprechen wir heute über die mittlere Innenstadt, mit besonderem Blick auf die Straßenzüge Staustraße, Schüttingstraße und Gaststraße.Wir alle wissen: Die Anforderungen an Innenstädte verändern sich.Einkaufen allein reicht nicht mehr, es geht um Aufenthaltsqualität, Begegnung, Kultur und Wohnen. Genau deshalb dürfen wir die Entwicklungen nicht dem Zufall überlassen.

Gerade die Staustraße macht deutlich, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Im Augenblick wirkt sie abstoßend und verwahrlost. Fassaden sind ungepflegt, Leerstände prägen das Bild, der Straßenraum lädt niemanden zum Verweilen ein. Ich sage klar: Kein Oldenburger, keine Besucherin unserer Stadt soll sich für diesen Zustand schämen müssen.Wir wollen eine Straße, die nicht wegschiebt, sondern anzieht.

Mit einem Sanierungsgebiet im Zusammenhang mit dem ISEK haben wir das Werkzeug, um diesen Trend umzukehren. Dabei ist es unverzichtbar, alle beteiligten Gruppen und Akteure frühzeitig einzubinden – sei es durch Bürgerbeteiligung, Werkstätten, Online-Dialoge oder Gespräche mit Eigentümern, Initiativen und Verbänden.

Jede Stimme zählt, jede Perspektive bereichert den Prozess.

Deshalb stimmen auch wir mit Ja – für die vorbereitenden Untersuchungen, für eine starke Innenstadt, für ein Oldenburg, auf das wir alle stolz sein können.

Vielen Dank.