FDP-Fraktion im Rat der Stadt Oldenburg

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Rede zum Satzungsbeschluss - Kunstrasenplatz Swarte Moor

Am 23. Februar 2026 machte René Dittrich (FDP-Fraktion) im Oldenburger Stadtrat deutlich: Der geplante Kunstrasenplatz am Swarte Moor ist ein Gewinn für den Sport – doch nur, wenn Umweltschutz und Technik Hand in Hand gehen. Mit fast 1.400 Nutzungsstunden jährlich und Solarpflicht auf den Dächern setzt das Projekt auf moderne Infrastruktur. Doch Dittrich warnt: Hitzeentwicklung, Versiegelung und vor allem Mikroplastik dürfen nicht ignoriert werden. Bevor der erste Spatenstich fällt, müssen klare Antworten her - auf Fragen nach Granulat, Rückhaltesystemen und Monitoring. Sein Fazit: Zustimmung ja, aber nur mit verbindlichen Lösungen für Gewässer- und Klimaschutz. Wie gelingt der Spagat zwischen Sportförderung und ökologischer Verantwortung?

René Dittrich, FDP-Fraktion Oldenburg

Es gilt das gesprochene Wort!

TOP Ö 10.1 - René Dittrich - Rede zum Satzungsbeschluss - Kunstrasenplatz Swarte Moor (Rat - 23.02.2026)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,



heute beschließen wir die planungsrechtliche Grundlage für den Kunstrasenplatz am Swarte Moor. Und ich möchte vorweg sagen: Ich halte dieses Projekt grundsätzlich für richtig.



Wir schaffen hier bessere Bedingungen für Schul-, Vereins- und Freizeitsport. Die Begründung zeigt klar, dass Naturrasenflächen witterungsbedingt stark eingeschränkt nutzbar sind – während ein Kunstrasenplatz mit rund 1.400 Stunden im Jahr nahezu die doppelte Nutzungsdauer ermöglicht. Das ist für einen wachsenden Stadtteil wie Ofenerdiek ein echter Mehrwert.



Gleichzeitig wird das gesamte Areal qualitativ aufgewertet – mit neuen Sportangeboten, Aufenthaltsbereichen, zusätzlichen Baumpflanzungen, Dachbegrünung und einer verpflichtenden Solarnutzung auf mindestens 50 Prozent der Dachflächen. Das ist nicht selbstverständlich und zeigt: Sportinfrastruktur und Klimaschutz schließen sich nicht aus.



Aber – und das gehört heute auch dazu – wir dürfen die offenen Punkte nicht kleinreden.



Erstens: Hitzeentwicklung und Versiegelung.

Die Begründung weist selbst darauf hin, dass Kunstrasenflächen sich deutlich stärker aufheizen und weniger wasserdurchlässig sind. In Zeiten zunehmender Hitzetage und Starkregenereignisse müssen wir sicherstellen, dass Ausgleichsmaßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern tatsächlich wirksam sind.



Zweitens – und das ist mir besonders wichtig: das Thema Mikroplastik.

Der OOWV hat ausdrücklich empfohlen, den Oberflächenabfluss des Kunstrasenplatzes im Hinblick auf mögliche Mikroplastikbelastungen zu untersuchen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.



Das ist kein Nebenaspekt.

Wir sprechen hier über eine Ableitung Richtung Swarte Moor See. Wenn wir als Stadt glaubwürdig für Gewässerschutz eintreten wollen, dann muss vor der Umsetzung klar geregelt sein:



- Welche Art von Kunstrasensystem wird verwendet?

- Wird mit oder ohne Kunststoffgranulat gearbeitet?

- Welche Rückhaltesysteme sind vorgesehen?

- Gibt es ein Monitoringkonzept?



Ich erwarte, dass diese Fragen vor Baubeginn eindeutig geklärt und technisch abgesichert sind.



Wir können dem Projekt heute zustimmen – aber wir tragen auch Verantwortung dafür, dass Sportförderung nicht zu Lasten von Gewässer- und Umweltschutz geht.



Wenn uns gelingt, die offenen wasserwirtschaftlichen Fragen sauber zu lösen und die Empfehlungen des OOWV konsequent umzusetzen, dann entsteht hier ein moderner, nachhaltiger Sportstandort.



In diesem Sinne: Zustimmung mit klarer Erwartung an eine verantwortungsvolle Umsetzung.



Vielen Dank.