FDP-Fraktion im Rat der Stadt Oldenburg

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Schulbezirke im Wandel: Flexibilität statt Überkapazitäten

Am 16. März 2026 betonte Daniela Pfeiffer im Oldenburger Stadtrat: Die Anpassung der Grundschuleinzugsbezirke ist kein theoretisches Thema, sondern eine direkte Folge von Wachstum und unvorhersehbaren Entwicklungen – wie der plötzlichen Aufnahme ukrainischer Kinder 2022. Doch statt teurer Neubauten setzt sie auf pragmatische Lösungen: Die Trennung von Geschwister- oder Nachbarskindern ist temporär, und unterschiedliche Schulerfahrungen können sogar bereichernd sein. Angesichts begrenzter Haushaltsmittel und stabiler Schülerzahlen plädiert sie für eine ausgewogene Auslastung der bestehenden Schulen. Ihr Fazit: Notwendige Änderungen sind machbar – wenn alle Beteiligten mitdenken.

Daniela Pfeiffer - Fraktionsvorsitzende FDP-Fraktion Oldenburg

Es gilt das gesprochene Wort!

Rede Rat 16.03.2026 zum TOP 7.2 Änderung der Schulbezirke in städtischen Grundschulen



Sehr geehrter Herr Vorsitzender

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,



Die Entwicklung der Schülerzahlen lässt sich nicht konkret und sicher vorhersagen. Besonders deutlich wurde dies vor vier Jahren, als viele ukrainische Kinder unerwartet nach Oldenburg kamen und kurzfristig in das Schulsystem integriert werden mussten. Diese Situation hatte damals – und hat bis heute – Auswirkungen auf die Schülerzahlen.

Anpassung der Schuleinzugsbezirke



Wie jedes Jahr wird uns auch diesmal von der Verwaltung eine Liste mit Änderungen der Schuleinzugsbezirke vorgelegt. Dieses Jahr ist die Liste jedoch besonders umfangreich, was insbesondere auf die fehlenden Kapazitäten im Stadtwesten und die überlasteten Grundschulen in Tweelbäke und Krusenbusch zurückzuführen ist. Die Überlastung resultiert aus zahlreichen neuen Baugebieten. Die Folge ist, dass viele Kinder und Eltern betroffen sind: Geschwisterkinder und befreundete Nachbarskinder werden in verschiedene Schulen aufgeteilt.

Begrenzte Dauer der Trennung



Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Zeit, in der Familien mehrere Kinder an unterschiedlichen Grundschulen haben, von Natur aus begrenzt ist. Die Grundschulzeit dauert in der Regel vier Jahre pro Kind, danach folgt ohnehin ein Wechsel auf eine weiterführende Schule.

Soziale Auswirkungen und Chancen



Auch bezüglich der sozialen Kontakte von Kindern, die verschiedene Grundschulen besuchen, muss nicht zwangsläufig von einer Entfremdung ausgegangen werden. Im Gegenteil: Der Austausch über verschiedene Schulerfahrungen kann für die Kinder durchaus bereichernd und spannend sein.

Herausforderungen und Kapazitätsplanung



Die Stadt Oldenburg steht vor der Herausforderung, die Schulen nach ihrer Zügigkeit möglichst ausgewogen auszulasten. Ein aktueller NWZ-Artikel verdeutlicht, dass die Zahl der Kinder auf lange Sicht voraussichtlich nicht signifikant steigen wird – abgesehen von heute noch nicht absehbaren Schülerströmen. Daher ist auch nicht zu erwarten, dass umfangreiche Erweiterungsbauten oder gar neue Schulen in größerem Ausmaß notwendig werden. Angesichts der bereits geplanten Investitionen, wie beispielhaft am Röwekamp, ist es aus haushalterischer Sicht nicht sinnvoll, zum jetzigen Zeitpunkt überdimensionierte Erweiterungen anzustreben.



Die Zeiten unbegrenzter Wünsche sind vorbei – viele Eltern und Kinder müssen sich daher auf eine andere als die ursprünglich erwartete Grundschule einstellen. Auch wenn dies mit Einschränkungen verbunden ist, wird die Umsetzung im Großen und Ganzen gelingen.

Wir stimmen der Vorlage daher zu.



Vielen Dank.